Agent Carter

Ich war mehr als erfreut, als ein Freund mir mitteilte, dass Marvel einen weiteren Ableger der Serie S.H.I.E.L.D. auf den Markt gebracht hat. Das Erfreuliche daran:
Die Hauptrolle spielt eine Frau.

Sie ist diejenige, die Steve Rogers, alias Captain America, unter die Arme gegriffen hatte und – man sollte es kaum glauben – sich in eben jenen Helden verliebte.

Ich spreche hier von Agent Peggy Carter, gespielt von Hayley Atwell, die eine sehr talentierte Agentin ist.

Die Serie ist 1946 angesiedelt, als der Krieg gerade zu Ende war, und spielt ein Jahr nach den Geschehnissen von Captain America – The first Avenger.

Peggy Carter arbeitet beim SSR dem Strategic Scientific Reserve.
Als Frau, umringt von Männern und Testosteron, mutet man ihr nur einen Schreibtischjob zu. Sie hat es nicht leicht, sich zu bewähren. Sie darf Tippen, Sandwiches und Kaffee besorgen, während ihre männlichen Kollegen mal wieder eine Einsatzbesprechung haben und sich den spannenden Untersuchungen und Klärungen von Verbrechen widmen.

Als Howard Stark (gespielt von Dominic Cooper) – der Vater von Tony Stark – sich an Carter wendet, weil ihm einige seiner visionären Waffensysteme ‚abhanden‘ gekommen sind, beginnt für sie ein Leben als Doppelagentin. Unterstützt wird sie dabei von seinem Butler Edwin Jarwis (gespielt von James D’Arcy).

Peggy Carter ist clever, schlagfertig, gewieft, kämpft besser als ihre männlichen Kollegen und nutzt ihre weiblichen Attribute.

Mit sehr viel Liebe zum Detail wird hier das Leben in der damaligen Zeit nachgestellt. Besonders die klassische Rollenverteilung und damit die Stellung der Frau. Dem zerbrechlichen Wesen, dem der Mann nur die drei ‚Ks‘ – Kinder, Küche und Kirche – zugesteht, wird hier sehr plastisch dargestellt, während die Männer das Geld verdienen.

Wir machen Bekanntschaft mit dem Vater von Tony Stark und seinem Butter Jarwis. Erfreulich, in der Synchronisation bekam der Butler dieselbe Stimme, wie wir sie aus den Iron Man – Filmen kennen. Auch lernen wir den Butler und sein Privatleben ein wenig näher kennen. Es erinnert mich ein wenig an Inspektor Columbo. Dort wird auch immer eine Ehefrau erwähnt, doch sie tritt nie in Erscheinung.

Anders als bei der Serie Agents of S.H.I.E.L.D., wollte sich bei mir nicht das Gefühl einstellen, sofort mehr von Agent Carter zu sehen. Obwohl ich mich gut unterhalten habe, fehlte mir etwas von dem Esprit und dem Humor, die sein Vorgänger bei mir zu einigen Entzückungsschreie und Lachsalven führten. Zu oft ist die Handlung vorhersehbar. Dennoch gebe ich Agent Carter gern eine Chance, sollte ABC eine Fortsetzung planen. Potenzial hat die Serie allemal. Schließlich kommt es nicht selten vor, dass die erste Staffel mit einigen Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen hat.
Auf jeden Fall bietet Agent Carter nette Unterhaltungsabende, falls das TV-Programm mal wieder die zehnte Wiederholung von anderen Serien auf den Schirm ruft.

Eure Maren