Die Welt liebt Helden – auch tragische?

Wer träumt nicht davon, einmal in seinem Leben etwas Besonderes zu tun, wie zum Beispiel….

………die Welt zu retten?

Persönlich liegen mir die tragischen Helden mehr.

Doch in Zeiten wie heute möchte man nur wenig mit der Zerstörung der eigenen Welt zu tun haben. Und dennoch lohnt es sich, auch die tragischen Helden mal wieder auf den Plan zu rufen.

Sie erinnern uns daran, dass nicht alles immer perfekt läuft, das Leben für viele kein Zucker schlecken ist, indem sie uns den Spiegel der Wahrheit direkt vor die Nase halten.
Aber darf ein Held überhaupt Defizite haben?

Schwächen, die er durch Drogenkonsum kompensiert?
Genau diese Schattenseiten lassen den Held menschlicher erscheinen. Er lässt uns in seine Seele blicken.

Mein favorisierter tragischer Held ist
Elric von Melniboné
aus der Feder von Michael Moorcock.

ElricElric von Melniboné ist der Herrscher der Dracheninsel. Da er der einzige Albino in seinem Reich  ist, ist er deswegen ein Außenseiter.  Zusätzlich ist er körperlich geschwächt und bleibt nur durch Drogen und Stormbringer bei Kräften. Sein Bruder Yrkoon trachtet nach seinem Thron. Er hält Elric für einen ausgesprochenen Schwächling, der nur wenig den Grausamkeiten seines Volkes abgewinnen kann, und keine Freude verspürt, sich an den blutigen Folterspielen  zu weiden. Doch das Schicksal treibt seinen Schabernack mit ihm. Ausgestattet mit dem blutgierigen Schwert namens ‚Stormbringer‘, das sie Seelen seiner Opfer in sich aufnimmt und seinem Träger mehr Geschöpfe umbringen lässt, als es eigentlich nötig ist, treibt Elric sein Reich und die Welt kontinuierlich in den Untergang. Zudem trägt er die Bürde dafür zu sorgen, dass Ordnung und Chaos sich immer die Waage halten, was durch Stormbringer keine einfache Aufgabe ist, stammt es doch aus dem Chaos Reich.

Ist diese Saga auch etwas für Mädels?
Wenn du auf eine Liebesgeschichte aus bist, dann wirst du enttäuscht.
Elrics einzige Vertraute und Geliebte Cymoria macht Bekanntschaft mit Stormbringer, dass nach ihrer Seele lechzt. Ob es die auch bekommt, verrate ich nicht.
Also, Liebe ist vorhanden, steht aber nicht im Vordergrund dieser Saga.

Vielen Fantasy-Fans fällt es nicht leicht, diesen Helden zu mögen.
Elric von Melnibonè ist verletzlich, heroisch und tragisch zugleich.
Er beinhaltet eine düstere Mischung, die nicht den Glanz eines Helden versprüht, wie wir es vielleicht gewohnt sind.
Und dennoch ist es schwer, nicht von ihm fasziniert zu sein.

1961 veröffentlichte Michael Moorcock den ersten Roman seiner  Elric von Melniboné Saga: The Stealer of Souls.

Allerdings dauerte es drei Dekaden, bevor ich meinen ersten Elric Roman in den Händen hielt. Michael Moorcock schickt ihn von Pontius zu Pilatus und hält sich kaum mit Schnörkeleien auf. Stattdessen appeliert er geschickt an die  Vorstellungskraft seines Lesers und bindet ihn so in das Geschehen ein.  Auf diese Weise verspürt der Leser mehr Empathie für den Helden und lässt ihn somit ans Herz wachsen.

Ich konnte die Bücher nicht mehr zur Seite legen. Und selbst heute noch hält Elric von Melniboné mich in seinem Bann gefangen.
Immer wieder gern ziehe ich mir einen Elric Roman aus dem Bücherregal und tauche ein in das Multiversum von Michael Moorcock.